Fahrlässig: Studiengebühren abgeschafft!
17. Okt. 2008

Die völlige Abschaffung der Studienbeiträge ist unsozial, weil damit alle – auch jene, die finanziell besser gestellt sind – keinen Beitrag mehr leisten müssten. Die Studienbeiträge sind sozial, weil jene, die sich Studienbeiträge nicht können, die Beiträge im Wege der Studienförderung refundiert bekommen.
Das österreichische Fördersystem, das nun zerstört wurde, ist durchdacht und vorbildlich in der Positionierung der Chancengleichheit.
Die Studienförderung ist ein wichtiges Element in der Universitätspolitik, um sozial schwache Studenten zu fördern. Das kann sich sehen lassen:
Die Aufwendungen des Bundes für die Studienförderung wurde seit 2000 beinahe verdoppelt – von rund 100 auf 200 Millionen. Und der Empfängerkreis wurde wesentlich erweitert.
2001 erhielten 34.000 Studierende eine Studienbeihilfe.
2007 waren es bereits 48.000
Und 2008 werden es 52.000 Studierende sein
Jeder 3. Fachhochschulstudierende und jeder 5. Universitätsstudierende erhält ein Stipendien und bezahlt daher auch keinen Studienbeitrag. Diese Investition ist ein Bonus, der durch das erworbene Wissen wieder an die Gesellschaft zurückfließt
Also das Argument, dass die Studiengebühren für Studenten aus einkommensschwachen Familien ein unüberwindbares Hindernis für den Zugang zu den Unis bedeuten, ist durch nichts haltbar.
Und das ist nicht nur meine Meinung! Auf der einen Seite laufen die Rektoren völlig zu Recht Sturm gegen die Abschaffung der Studienbeiträge und den Wegfall der Zugangsbeschränkungen – ich zitiere Rektor Badelt: „Die Auswirkungen dieser Maßnahmen bewegt sich in einer Dimension, die nach der Wahl von keinem Finanzminister, gleich welcher Partei, aufgebracht werden können.“
Und was sagen die wahren Experte, nämlich die Studenten: 61 % der Studenten sind gegen die Abschaffung, 67 % der Absolventen sind gegen die Abschaffung. Ja, das sagen die die sich wirklich auskennen!
Rot, Blau und Grün haben die Abschaffung der Studiengebühren beschlossen, damit steht auf der Seite der Mehrheit nicht die Vernunft, das ist für das Hohe Haus eine Blamage. Wir hätten es noch in der Hand gehabt dieses Dilemma zu verhindern.
Die Rede wurde live im Fernsehen übertragen - klicken Sie dafür hier.



