Gesellschaftlich bedingt: Essstörungen
Essstörungen sind ein Thema mit dem man sich sehr ungern auseinandersetzt, weil es hier nicht nur um Persönlichkeit geht sondern auch um die Gesellschaft. Diese und damit auch ihre Medien leben uns ja immer wieder plakativ vor, wie wir angeblich zu wirken haben, was wir sein sollten, was wir besitzen sollten und ganz besonders wie wir auszuschauen haben. Und vor allem Frauen jagen einem Idealbild nach, das in Wirklichkeit nicht existiert. Vielleicht liegt es an den Männern, dass sie ihren Frauen zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Oder vielleicht ist das Thema deshalb so schwierig, weil wir alle generell zu wenig auf die Menschen in unserer Umgebung achten.
Ich bin immer wieder sehr betroffen, wenn ich sehe, dass junge Menschen – insbesondere Mädchen - kein Selbstbewusstsein aufbauen können und sich förmlich aus dem Leben hungern wollen.
Als Gesundheitsstadtrat war ich daher froh, dass ich dieses Thema im Rahmen eines Vortrages des Vereins Gesundes erneut in die Öffentlichkeit bringen konnte. Ich bedanke mich besonders bei unserer Referentin Dr. Brigitte Schigl, dass sie innerhalb weniger Monate ein zweites Mal zu uns gekommen ist und einen sehr guten und pointierten Vortrag gehalten hat.
Im folgenden habe ich die für mich wichtigsten Informationen zusammengefasst:
- Essstörungen sind vollständig heilbar.
- Unbehandelte Essstörungen haben unter den psychischen Erkrankungen die höchste Mortalitätsrate.
- Jede 15te Frau hat in ihrem Leben eine klinisch auffällige Essstörung.
- 200 bis 2000mal pro Tag wird durch die Medien der visuelle Eindruck vermittelt wie eine Frau idealerweise auszusehen hat. Essstörungen sind eine Krankheit die gesellschaftlich bedingt sind. Idealbild: „Eine gute Frau hat mager zu sein, hoch erotisch, beruflich erfolgreich, gute Versorgerin der Familie usw. usw.“
- Diäten sind die Einstiegsdroge in die Essstörungen. Je früher und desto mehr Diäten gemacht werden desto höher ist die Gefahr zu erkranken.
- Mütter machen oft den schweren Fehler, ihren Töchtern vorzuleben wie unzufrieden sie selbst mit ihrem Körper sind und wie oft sie (erfolglos) Diät halten. Die Töchter machen es dann ihren Müttern nach. Eine Diät ist erst ab einem Bodymaßindex von über 35 medizinisch indiziert!


