"Warum fällt es so schwer, Politiker während ihrer Amtszeit positiv zu betrachten?"
Da ich derzeit auf Urlaub bin, hatte ich nicht vor, meine Homepage zu aktualisieren. Als ich heute beim Frühstück den unten dargestellten Kommentar von Martina Salomon im Kurier las, konnte ich nicht anders, ich musste ihn hier posten. Denn auch ich habe mich anlässlich der (vollkommen angebrachten) Bestürzung über den Tod von Barbara Prammer und nicht zuletzt wegen der großen Würdigungen von Prammer in den Medien nach ihrem Tod gefragt: Wäre es nicht besser gewesen, Frau Prammer dieses Lob zu Lebzeiten zu spenden?
Martina Salomon bringt in ihrem Kommentar mit wenigen Sätzen die wesentlichsten Aspekte auf den Punkt. Politik ist unverzichtbar, sie ist die Kupplung der Interessen - funktioniert diese nicht, ist das Getriebe kaputt, was gesellschaftlich zu Katastrophen wie 1914 in ganz Europa oder derzeit unter anderem in der Ukraine führt. Martina Salomon hat richtige Antworten, weshalb dennoch die Politik und Politiker paradoxerweise keinen hohen Stellenwert haben.
Noch eine persönliche Anmerkung: Ich bin gerne Politiker und ich persönlich habe kein Problem mit der mangelhaften Anerkennung meines Berufes, die Gesellschaft hat dieses Problem. Ich bin Demokrat und als solcher sollte man viele Bösartigkeiten aushalten, wer das nicht kann, ist für politische Aufgaben nicht geeignet. Ein echter Demokrat greift niemals zum Knüppel - nicht einmal zum verbalen (was manchmal schwer fällt).
Nur einen Wunsch hätte ich - wenngleich das eine andere Story ist: Die Politik ist nicht selten ein Tummelplatz von Narzisten, die nach Ruhm und Ansehen gieren, oft auf Kosten einzelner Mitmenschen, ganzer Gruppen und der Demokratie. Wäre schön, wenn diese Typen die Politik verlassen (müssen) und ihren oft schwachen Selbstwert anderswo ausleben. Ich weiß, das ist ein bisserl naiv.
So, jetzt tauch ich wieder in den Urlaub ab - bis bald.



