Wert der Matura für alle Schulen erhöhen

25. Apr. 2008
Zur Diskussion um die von der Unterrichtsministerin geplanten Änderungen bei der Matura stelle ich fest: Generell gilt es, den Maturawert nicht für die Allgemein Bildenden Höheren Schulen (AHS), sondern auch für die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) zu erhöhen. Alles, was dazu dient, zu einer einheitlichen und vergleichbaren Bewertung von Schulleistung zu kommen, ist sinnvoll.

Jedes Maturazeugnis ist gleich viel wert - dieser Ansatz ist zu unterstützen. Alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Matura in ihrem Wert zu erhöhen, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Um einen einheitlichen Wert zu erzielen, sind weitere Vorschläge notwendig. Ich schlage vor, Praktiker wie Schulpartner, Lehrer und Eltern einzubinden. Ich persönlich kann mir eine zentrale schriftliche Matura vorstellen, für die österreichweit gleiche Standards gelten. Bei der mündlichen Prüfung könnten dann das Schulprofil und Schwerpunkte des Unterrichts entsprechend abgeprüft werden. Alternativ könnte die schriftliche Matura nur teilweise zentral vorgegeben werden, für das Bestehen der Reifeprüfung müsste dann allerdings eine positive Beurteilung dieses zentralen Teils Voraussetzung sein.

P.S.: Meine Initiative hat zahlreiche Reaktionen insbesondere bei meinen Kolleginnen und Kollegen in der Lehrerschaft (AHS und BHS) hervorgerufen. Grundsätzlich wird ein erster Schritt zu einer standardisierten Reifeprüfung vielfach positiv beurteilt. Selbstverständlich gibt es auch einige kritische Anmerkungen für die ich sehr dankbar  bin. Ich werde zunächst alle Stellungnahmen sammeln und demnächst hier an dieser Stelle strukturiert wiedergeben. Sollten auch Sie mir Ihre Meinung zu diesem Thema schreiben wollen, freue ich mich auf Ihre Email: peter [at] eisenschenk.at (subject: Meine%20Stellungnahme%20zur%20standardisierten%20Reifepruefung) (Klicken Sie dazu hier.)

Hier die wesentlichen Punkte der bisher eingelangten Stellungnahmen:

  • Zentraler Teil der Matura sollte auf Kernstoff beschränkt sein, individuelle Schwerpunkte von Schulen bzw. Lehrern sollen weiterhin abgeprüft werden können – jedenfalls im Rahmen der mündlichen Prüfung ev. auch in Teilen der schriftlichen Reifeprüfung.
  • Umfangreicher Katalog von typischen Problemstellungen sollte definiert werden.
  • Sobald ein konkretes Konzept am Tisch liegt müssen die Lehrer eingehend befragt werden.
  • Der Rollenkonflikt des Lehrers, Prüfer und gleichzeitig Trainer sein zu müssen, wird geringer.
  • Gleiche Angaben, Lehrer kennen Angaben nicht: Österreichweite faire Prüfungssituation für alle Schüler
  • Motivation für höhere Leistung; Bestätigung guter Unterrichtsarbeit
  • Bessere Vergleichbarkeit der Noten
  • Adaptierung der Lehrpläne notwendig.
  • Die individuelle Unterrichtsgestaltung der Lehrer und schultypisches Lehr-Lerngeschehen darf nicht beeinträchtigt werden.
  • An Schulen mit sehr vielen Abschlussklassen ist eine gleichzeitige, oder auch zeitlich verschränkte Abwicklung der Matura aus räumlichen und personellen Gründen sehr schwierig.
  • Prüfungsfragen dürfen nicht durchsickern.